Wie und warum entsteht Luftfeuchtigkeit im Gebäude?

Jeder Mensch erzeugt direkt und indirekt Feuchtigkeit. Wir schwitzen, atmen, kochen, waschen uns, gießen unsere Pflanzen und vieles mehr. Doch jeder lebt sehr individuell und erzeugt mal mehr und mal weniger Feuchtigkeit. Manche Menschen haben Haustiere oder auch Aquarien. Manchmal gibt es eine Sauna oder sogar ein Schwimmbad im Keller. Andere kochen sehr gern und lange. All dies hat Auswirkungen auf die Luftfeuchtigkeit im Gebäude.

Allen individuellen Verhaltensmustern ist jedoch gemein, dass wir wesentlich mehr Luftfeuchtigkeit produzieren, als wir glauben. Eine vierköpfige Familie ohne Aquarien, Schwimmbäder oder Haustiere und mit einem separaten Wäscheraum erzeugt zum Beispiel pro Tag etwa 10 bis 15 Liter Wasser im Wohnbereich. Mit Aquarium und co. kann es auch schnell ein Vielfaches davon sein. Nur einmal Wäschetrocknen kann bereits 5 bis 8 Liter zusätzlich bedeuten. Diese Feuchtigkeit muss aus der Wohnung abgelüftet werden, damit die Luftfeuchtigkeit konstant gehalten werden kann.

Gerade in einem neuen Gebäude kann die Luftfeuchtigkeit aber noch aus anderen Quellen stammen. Dies kann z. B. Restbaufeuchte sein. Restbaufeuchte entsteht unter anderem dadurch, dass große Mengen Zement, Estrich, Farben oder einfach Regen während der Bauphase in das Gebäude eingedrungen sind bzw. verbaut wurden. Das ist ganz normal und in jedem (neuen) Gebäude so.

In einem Einfamilienhaus sind 15.000 bis 20.000 Liter Wasser gebunden. In einer durchschnittlichen Wohnung immerhin noch etwa 10.000 bis 15.000 Liter. Diese Feuchtigkeit tritt langsam (in der Regel verteilt über die ersten 18 Monate nach dem Bezug bzw. der Fertigstellung) aus allen Bauteilen aus und geht damit in die Raumluft über.

Trifft diese Restbaufeuchte nun auch noch auf die Nutzer der Wohnung, addieren sich die Effekte.

So ist es also ganz normal, dass speziell in der ersten Zeit in einem Neubau sehr hohe Luftfeuchtigkeit entstehen kann. Diese hohe Luftfeuchtigkeit kann Schimmelpilzwachstum hervorrufen oder aber Schäden am Gebäude und/oder der Einrichtung verursachen. So kann diese Feuchtigkeit schnell kondensieren und an Fenstern oder Türen herunterlaufen oder Einrichtungsgegenstände beginnen zu schimmeln und/oder es fängt an „muffig“ zu riechen. Es gibt auch weitere Möglichkeiten, wie Feuchtigkeit in ein Gebäude gelangen kann. Dies sind aber meist Schäden (z. B. Undichtigkeiten o. Ä.), die mit der normalen Nutzung nichts zu tun haben. In solchen Fällen benötigt man einen Fachmann zur Abklärung, was genau passiert ist und was man tun muss, um den Schaden zu beheben.

 

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