Wie Sie Ihre Garage richtig lüften

In Garagen sind Autos, Fahrräder, Werkzeuge und Gartengeräte zuverlässig gegen Diebstahl, Schnee und Regen geschützt. Ein häufiges Problem besteht allerdings darin, dass ein starker Feuchtigkeitseintrag zur Entstehung von Rost führen kann. Zusätzlich geht mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit eine gesteigerte Schimmelgefahr einher, die wie in Wohnräumen zu Beschädigungen der Bausubstanz und zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Deshalb ist auch die Garage regelmäßig zu lüften. Worauf es dabei ankommt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie entsteht Feuchtigkeit in der Garage und welche Folgen hat sie?

Unabhängig davon, ob eine Garage beheizt ist oder nicht, kommt es bei der täglichen Nutzung zu Ansammlungen von Feuchtigkeit. Typische Eintragspfade sind dabei:

  • Defekte Dämmungen
  • Undichtes Dach
  • Verstopftes Entwässerungssystem
  • Feuchtigkeit, die über das Auto hineingetragen wird
  • Feuchte Blätter, die hineingeweht werden

Übersteigt die Luftfeuchtigkeit über längere Zeiträume den empfohlenen Wert von 45 bis 55 Prozent, kann es zur Entstehung von Feuchtigkeitsschäden kommen. Hier sind vor allem Schimmelbefall und Korrosionsschäden zu nennen.

Schimmel:

Schimmelsporen verbreiten sich mit der Luft und gelangen über Fenster unentwegt in Innenräume. Treffen sie hier auf einen geeigneten Nährboden wie feuchte Wände, siedeln sie sich an und breiten sich aus. Das kann nicht nur zu muffigen Gerüchen und Schäden an der Bausubstanz, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen wie Allergien und Asthma führen.

Korrosionsschäden:

Eine dauerhaft erhöhte Feuchtigkeit führt zu Oxidationsprozessen an metallischen Oberflächen. Gartengeräte, Fahrräder und Werkzeuge beginnen dann zu rosten, was je nach Befund kostenintensive Reparaturen und Neukäufe nach sich ziehen kann.

Wie kann man der Entstehung von Feuchtigkeit vorbeugen?

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, empfiehlt es sich, der Entstehung übermäßiger Feuchtigkeit vorzubeugen. Bewährt haben sich dabei vor allem die folgenden Mittel:

  • Dichtigkeit des Dachs regemäßig überprüfen
  • Entwässerungsanlage regelmäßig reinigen und warten
  • Auf dem Auto abgelagerten Schnee abkehren, ehe man in die Garage einfährt
  • Blätter und andere Nährböden für Schimmelpilze regelmäßig aus der Garage auskehren.

In der Herbst- und Winterzeit mit ihrem feuchten Wetter reichen diese Maßnahmen allerdings oft nicht aus, um genug Feuchtigkeit nach draußen zu befördern. Hier ist zusätzlich eine regelmäßige Lüftung erforderlich.

Entwicklung geeigneter Lüftungskonzepte

Verschiedene Lüftungsarten für die Garage

Grundsätzlich unterscheidet man bei Garagen vier Arten von Lüftungen: Zwangslüftung, Stoßlüftung, automatische Lüftung und Luftentfeuchtung.

Zwangslüftung:

Eine Zwangslüftung kommt in den meisten Garagen vor. Diese kaum vermeidbare Art des Lufteintrags ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Garagentore nicht hermetisch dicht. Darüber hinaus verfügen die meisten Fertiggaragen über eine integrierte Lüftung. Diese reicht aber vor allem während der nassen und kalten Monate kaum aus, um die verbrauchte feuchte Luft gegen frische auszutauschen.

Stoßlüftung:

Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten besteht eine erhöhte Gefahr für Feuchtigkeitsschäden. Auf der einen Seite gibt es einen großen Feuchtigkeitseintrag durch das Fahrzeug, auf der anderen Seite schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht erheblich. Dadurch kann sich in der Feuchtigkeit enthaltene Luft besonders leicht an Decken und Wänden niederschlagen.

Deshalb sollte sowohl in beheizten als auch in unbeheizten Garagen über regelmäßiges Stoßlüften ein angemessener Luftaustausch durchgeführt werden. Idealerweise lüftet man die Räume ein bis zwei Mal pro Tag für fünf bis zehn Minuten quer. Durch das gleichzeitige Öffnen der Tür und eines gegenüberliegenden Fensters entsteht ein Strom, der feuchtigkeitsangereicherte Luft besonders gut nach draußen befördert.

Ist das manuelle Stoßlüften auch eine gangbare Lösung zu einem effizienten Abtransport von Flüssigkeit, so gibt es dabei doch einige Probleme.

  • Die Methode ist vergleichsweise aufwendig
  • Tiere können in die Garage gelangen
  • Feuchte Blätter können hineingeweht werden
  • In Urlaubszeiten ist ein Stoßlüften nicht umsetzbar

Automatische Lüftung:

Um diesen typischen Problemen vorzubeugen, greift man auf automatische Lüftungssysteme zurück. Sie stellen sicher, dass jederzeit eine optimale Luftfeuchtigkeit herrscht, ohne dass die Regulierung mit negativen Nebeneffekten einhergeht. Allen Systemen gemein ist eine motorbetriebene Öffnung und Schließung von Fenstern und Toren. Am weitesten sind folgende Systeme verbreitet:

  • Garagentore, die mehrere Zentimeter nach oben gefahren werden, um eine Lüftung zu ermöglichen
  • Leichte Öffnung der Fenster
  • Automatisch öffnende Lüftungselemente im Garagentor

Technische Grundlage ist dabei oft ein Sensorsystem, das die Luftfeuchtigkeit registriert. Es sorgt dafür, dass Fenster und Tore genau zu den richtigen Zeiten geöffnet werden. Darüber hinaus stellt das System sicher, dass die Garage während eines Regens verschlossen bleibt.

Luftentfeuchtung:

Auch mit Luftentfeuchtern kann die Feuchtigkeit reguliert werden. Sie entziehen der Luft einen Teil ihrer Feuchtigkeit und sammeln sie entweder in einem Tank oder einem Bindemittel.

Eine gleichmäßige ganztägige Belüftung sicherstellen – mit Lüftungssystemen

Gerade in der kalten Jahreszeit ist es angemessen, die Garage häufiger zu lüften als zwei Mal am Tag. Da die meisten Menschen jedoch tagsüber nicht zuhause sind, findet oft nur ein unzureichender Luftaustausch statt. Hier kann eine Lösung in der Integration eines dezentralen oder zentralen Lüftungssystems bestehen. Es transportiert konstant feuchte verbrauchte Luft ab und führt frische Luft von außen zu.

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