Argumentationshilfe zur Wohnungslüftung
Warum muss eine Wohnung gelüftet werden?
Für ein angenehmes Raumklima sind Sauerstoff-, CO2- und Feuchtegehalt verantwortlich. Die relative Feuchtigkeit sollte nicht zu trocken und nicht zu feucht sein.
Durch die Atemluft der Bewohner, das Duschen, Wäsche waschen und Trocknen, das Kochen und durch die Pflanzen wird Feuchtigkeit erzeugt: In einem 4-Personen-Haushalt verdunsten ungefähr 10 Liter Wasser pro Tag, also ein Wischeimer voll.
Um die Feuchtigkeit und die verbrauchte Luft abzuführen und frische sauerstoffreiche Luft dem Wohnraum zuzuführen ist ein Luftaustausch von ungefähr 10 bis 30 m³/h je Person notwendig oder als Luftwechsel ausgedrückt ein 0,3- bis 0,8-facher Luftwechsel pro Stunde.
Was passiert bei zu hoher Luftfeuchtigkeit in der Wohnung?
Luft kann nur eine begrenzte Menge an Feuchtigkeit aufnehmen. Die Menge ist dabei abhängig von der Temperatur: Warme Luft nimmt mehrauf als kalte. Kühlt die warme, feuchte Luft ab, z.B. an einer kalten Fläche, kommt es zur Kondensation: Es entsteht "Schwitzwasser". Sie sehen das jeden Sommer auf Ihrem kühlen Getränkeglas.
In der Wohnung bedeutet das eine Gefahr der Schimmelbildung: An den kühleren Stellen der Außenwand, z.B. in Ecken, kann sich die Luftfeuchtigkeit als Kondensat niederschlagen, eine ideale Umgebung für Schimmelpilze.
Wie fand bisher der Luftaustausch in der Wohnung statt?
Bisher konnte die Luft durch zahlreiche Fugen in der Gebäudehülle, z.B. am Fenster entweichen. Hierbei stellte sich oft ein fünffacher Luftwechsel pro Stunde in der Wohnung ein. Kondens- oder Schwitzwasser bildete sich nur auf den kalten Fensterscheiben, ohne weitere Folgen.
Warum funktioniert der Luftaustausch in einer modernisierten Wohnung nicht mehr?
Heute gilt für sanierte und neue Wohngebäude die Energieeinsparverordnung (EnEV). Die Gebäude müssen nahezu luftdicht sein. Dadurch entfällt die Fugenlüftung und es muss durch den Wohnungsnutzer aktiv gelüftet werden. Durch hohe Energiekosten wird aber zu wenig gelüftet. Die Feuchtigkeit wird nicht mehr abgeführt und es kommt zu Feuchteschäden, wodurch die Gesundheit der Bewohner und die Haussubstanz leiden.
Es existiert schon ein Lüfter im Bad, reicht das als Lüftungsanlage aus?
Bisher erfolgte die Lüftung nur als Entlüftung von Funktionsräumen ohne Fenster. Z.B. innenliegende Bäder wurden bei Benutzung in Verbindung mit einem Zeitnachlauf entlüftet. Diese Maßnahmen sind vorgeschrieben, da diese Räume nicht über Fenster gelüftet werden können. Eine Nachströmung der Außenluft erfolgte über die Gebäudeundichtheiten. In der restlichen Wohnung war die Lüftung ebenfalls über die Luftdurchlässigkeit in der Gebäudehülle sicher gestellt. Wird nun jedoch die Gebäudehülle abgedichtet, kann keine Luft mehr über Undichtheiten nachströmen. D.h. dieses Lüftungskonzept funktioniert nicht mehr.
Wie muss eine funktionierende Lüftung einer modernisierten Wohnung aussehen?
Um eine gute und stete Durchlüftung zu gewährleisten, laufen Lüftungsgeräte in Bad, WC oder auch Küche zur Entlüftung der gesamten Wohnung dauerhaft in einer schwachen Stufe. Bei Bedarf kann eine höhere Stufe eingestellt werden oder eine Feuchteregelung übernimmt das automatisch. Da die Gebäudehülle dicht ist, muss eine Nachströmung der Außenluft nun über Außenwand-Luftdurchlässe (ALD) erfolgen. Durch die integrierte Winddrucksicherung und den Schalldämpfer bleibt es im Wohnraum zugfrei und leise.
Die durch die ALD nachströmende Luft lüftet zuerst die Wohnräume, nimmt dort Schadstoffe und Feuchtigkeit auf. Danach nimmt sie in den Funktionsräumen Gerüche und Feuchtigkeit auf und führt alles durch den Abluftventilator ab.
Kann es durch die Außenwand-Luftdurchlässe nicht zu Unbehaglichkeiten kommen?
Die Außenwand-Luftdurchlässe sorgen für ein zugfreies Nachströmen der frischen Außenluft. Die Winddrucksicherung und die Prallplatte gewährleisten dabei die Behaglichkeit im Raum: Auch bei Wind strömt nur die notwendige Menge ein und wird über die Prallplatte verwirbelt und mit der Raumluft verteilt. Der Schalldämpfer sorgt dafür, dass auch an Verkehrswegen der Schall draußen bleibt.
Dadurch, dass die Ventilatoren ständig laufen, geht doch sehr viel Wärme verloren?
Um ein gesundes Raumklima aufrecht zu halten, muss im richtigen Maß gelüftet werden. Schon ab 60% relativer Feuchte kann gesundheitsschädlicher Schimmel auftreten. Zudem geht bei feuchten Wänden mehr Wärme verloren, als bei trockenen, da trockene Wände besser dämmen.
Wichtig dabei ist jedoch, dass im richtigen Maß gelüftet wird. Wird ständig über das geöffnete Fenster gelüftet, geht viel Wärme verloren. Ein Wohnungslüftungssystem lüftet so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Im Vergleich mit dem undichten Gebäude vor der Sanierung werden mit einer Lüftungsanlage die Lüftungswärmeverluste auf ein Zehntel reduziert.
Wie viel Strom verbraucht denn die Lüftungsanlage?
Eine stromsparende Elektronik in den Lüftungsgeräten sorgt für einen minimalen Energieverbrauch. Je Lüftungsgerät werden bei Dauerbetrieb ungefähr 75 bis 85 kWh Strom pro Jahr benötigt. Bei 0,18 EUR pro kWh sind das Stromkosten von 13,- bis 15,- EUR pro Jahr. Zum Vergleich: Ein Fernsehr im "Stand-by-Betrieb" benötigt das Dreifache.
Wie werden die Anlagen gewartet?
Die Ventilatoren selbst sind wartungsfrei. In Abhängigkeit von der Luftverunreinigung durch Staub verschmutzt jedoch der integrierte Filtereinsatz. Zur Aufrechterhaltung des gesunden Raumklimas und der einwandfreien Funktion der Lüftungsanlage muss dann der Einsatz erneuert werden. Die Filterelemente sollen deshalb alle drei Monate auf Verschmutzung kontrolliert werden. Auswaschbare Filtereinsätze können von Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden. Ersatzfilter erhalten Sie über Ihren Sanitär- oder Elektrofachbetrieb.

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